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„Mir ist wichtig, dass mehr Menschen bei Bedarf
zeitnahe und effektive Unterstützung finden,
um ihr Wohlbefinden zu steigern und
Herausforderungen zu meistern –
genau das, wovon ich selbst
schon oft profitiert habe.“

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Von Haus aus bin ich Organisationspsychologin, Juristin und Mediatorin; ich bin in Bremerhaven aufgewachsen und habe in Passau, Würzburg und München studiert. Seit 16 Jahren wohne und arbeite ich in Palo Alto, Kalifornien.

Mitten im Zentrum vom Silicon Valley habe ich 2011 das Palo Alto Institute for Systemic Coaching gegründet. Das Institut ist das Zuhause von drei lösungsfokussierten Kurzzeit Coachingmethoden, von denen ich zwei selbst entwickelt habe.

Meine wirkliche Berufung liegt darin, Klienten aus allen möglichen Lebensbereichen dabei zu helfen, in einer oder sehr wenigen Coachingsitzungen erfolgreich mit Stress, Blockaden und Selbstsabotage umzugehen und ihr allgemeines Wohlbefinden zu erhöhen – genau die gezielte Unterstützung, die ich in einer ähnlichen Situation für mich selbst wollen würde.

Ich bin davon überzeugt, dass das Leben einfach zu kurz ist, immer wieder dasselbe zu tun – in der Hoffnung, dass sich dieses Mal etwas ändert.

Mir liegt es außerdem am Herzen, Führungskräfte, Künstler und Sportler darin zu unterstützen, Höchstleistungen zu erreichen, indem sie ihr Gehirn und ihr Denken klar zu ihrem Vorteil nutzen.

Innovative gehirnbasierte Kurzzeit Methoden sind die Basis für mein Coaching von Top Performern.

Meiner Erfahrung nach sind Quantität oder eine bestimmte Anzahl an Coachingsitzungen nicht notwendigerweise gleichbedeutend mit Qualität.

Sehr oft ist weniger mehr.

Die Lücke zwischen dem, was Coaching typischerweise bietet und dem, was Menschen wirklich brauchen

Ein Gespräch mit Sylvia Kurpanek, Entwicklerin der PALO ALTO COACHING Methode

Sylvia, wie bist Du zum Coaching gekommen, und was hat Dich dazu gebracht, über klassische Coachingansätze hinauszugehen?

2005 habe ich Coaching entdeckt, und zwar als Thema meiner Masterarbeit in Arbeits- und Organisationspsychologie sowie während meines Abschlusses als Mediatorin (wie viele andere Juristen wollte auch ich mein Repertoire mit Mediation ergänzen).

Gleich zu Beginn hat mich fasziniert, dass Coaching in seiner klassischen Form hauptsächlich darauf ausgelegt ist, Klienten (oft Leistungsträgern) dabei zu helfen, Führungs- und/oder andere Kompetenzen zu entwickeln, ihr Potenzial zu erfüllen oder tiefgreifende Veränderungen zu erreichen.

So haben klassische Coachingansätze also langfristige Ziele im Blick und arbeiten an diesen zwischen einem halbem und einem Jahr.

Ich hab mich dann gefragt: Sind Menschen wirklich bereit, so viel Zeit zu investieren, bis sie Resultate sehen, vor allem, wenn sie das Coaching aus eigener Tasche zahlen?

Geprägt durch mein Leben und meine Arbeit im Silicon Valley, wo es – außer Zeit – vieles im Übermaß gibt, drängten sich mir zwei weitere Fragen auf:

  • Müsste Coaching nicht auch schneller ablaufen können?
  • Und gibt es da nicht auch noch ganz andere Kontexte, in denen diese Art der Unterstützung wirklich nützlich sein kann?

Einfach ausgedrückt: Während die klassischen Coachingansätze ohne jeden Zweifel einen sehr wichtigen Zweck erfüllen und schon vielen geholfen haben, ihre Ziele zu erreichen, scheint es mir so, als ob sie dabei eindeutig nicht alle Bereiche abdecken, in denen Menschen Unterstützung wünschen und benötigen.

Das hat mich zum Nachdenken angeregt, wie wir als Coaches Klienten noch besser weiterhelfen können, indem wir 1. in kürzerer Zeit und 2. in zusätzlichen Anwendungsfeldern nachhaltigere Resultate erzielen – und damit Coaching als wirklich praktikable Unterstützung noch mehr Menschen zugänglich machen.

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Worin siehst Du denn weitere Anwendungsfelder im Coaching?

In meinem privaten und beruflichen Umfeld ist mir irgendwann mal folgendes aufgefallen: Wann immer sie mit einer Herausforderung konfrontiert sind oder sich mit ihrer Weisheit am Ende fühlen, glauben die meisten Menschen, dass sie allein da durch müssen, eventuell mit Unterstützung von Freunden, Familienmitgliedern, oder einem Mentor.

Und wenn funktioniert, was sie machen, weil sich die Herausforderung auflöst oder sie die Stagnation überwinden, ist ja alles gut.

Wenn sie mit dem, was sie tun, jedoch nicht das gewünschte Ergebnis erzielen, bleiben viele Menschen schnell in einer Endlos-Schleife von nicht funktionierenden Lösungsversuchen hängen.

Sie kommen keinen Schritt voran und fühlen sich auch nicht besser.

Aufgrund der eben beschriebenen Positionierung von Coaching ist es nicht wirklich verwunderlich, dass die meisten Leute Coaching gar nicht erst als Möglichkeit auf dem Schirm haben, besser mit dem umgehen zu können, was sie gerade stört.

Menschen, die schon mal von Coaching gehört haben, nehmen oft irrtümlicherweise an, das sie hier ausführlich über ihr Thema berichten müssten (so wie in einer Therapie, von der sich Coaching hartnäckig zu unterscheiden sucht), was viele verständlicherweise nicht mögen und sie deshalb wiederum leicht davon abhält, mit einem Coach zu arbeiten.

Für die meisten würde außerdem eine 6-12 monatige Coaching-Zusammenarbeit kaum den finanziellen und zeitlichen Aufwand rechtfertigen, um das, was ihnen gerade zu schaffen macht, besser handhaben zu können.

Darum besteht meine Mission darin, Coaching in einer neuen Form zu etablieren: Kurzzeit-Coaching, das in einer bis fünf Sitzungen langfristige Ergebnisse ermöglicht, indem wir Klienten darin unterstützen, optimal mit aktuellen Herausforderungen umzugehen, ohne dass sie jedoch über diese detailliert berichten müssten, wenn sie das nicht möchten.

Die meisten Menschen mit Zahnschmerzen zögern nicht, zum Zahnarzt zu gehen. Mein Ziel ist, dass sie genauso automatisch mit einem Coach arbeiten, sobald sie feststellen, dass sie blockiert oder mit einem Hindernis konfrontiert sind, das sie nicht einfach überwinden können.

Mir liegt wirklich am Herzen, dass einfach noch mehr Menschen zeitnahe und nachhaltige Unterstützung bei Herausforderungen, Blockaden, Selbstsabotage und Stagnation finden – genau das, was mir in meinem Leben schon so manches Mal weitergeholfen hat.

Das Konzept von Kurzzeit-Coaching als „kürzere Zusammenarbeit für nachhaltigere Resultate “ klingt irgendwie wie ein Widerspruch. Wie funktioniert es?

Die Überzeugung, dass man ein „riesiges“ Problem nur mit entsprechend „riesigem“ Aufwand lösen kann, scheint in unserem Denken tief verankert zu sein. Deshalb muss für viele ein Medikament eben auch bitter schmecken, um zu wirken.

Aber im Coaching trifft das nicht unbedingt zu. Meiner Erfahrung nach liegt der Schlüssel zu langfristigen Ergebnissen nämlich darin, gezielt die wirklich relevanten Komponenten eines Themas anzugehen, und zwar genau dort, wo sie entstehen – im Emotionsgehirn des Klienten.

Deshalb steht für mich eine zeitlich kürzere Zusammenarbeit keinesfalls im Widerspruch zu tiefgreifenden und dauerhaften Resultaten. Im Gegenteil: Oft ist weniger einfach mehr.

the Gourmet Sandwich
the Gourmet Sandwich

Das Acht-Gänge-Menü und das Gourmet Sandwich

Was genau haben Klienten von Kurzzeit-Coaching?

Ich vergleiche klassisches Coaching gern mit einem Acht-Gänge Menü mit passenden Weinen. Es ist ein besonderer Genuss. Es ist zeit- und kostenintensiv – und es ist den Aufwand definitiv wert.

Aber wenn Du Hunger hast, möchtest Du vielleicht einfach nur ein Gourmet Sandwich mit hochwertigen Zutaten, einen Salat und einen Smoothie – etwas qualitativ hochwertiges, nahrhaft und bezahlbar. Etwas, das schnell zur Verfügung steht und Deine Bedürfnisse sofort stillt.

Genau das bietet lösungsfokussiertes Kurzzeit-Coaching, wenn das Leben unseren Klienten Steine in den Weg legt, z.B.  in Form von Niederlagen, Konflikten oder anderen Schwierigkeiten.

Und wenn Du eine Herausforderung durch adäquate Unterstützung schon mal gut gemeistert haben, bist Du, meiner Erfahrung nach, in Zukunft für ähnliche Situationen einfach besser ausgerüstet.

So wie erstklassige Köche mit ihrem Können auch ein exzellentes Einzelgericht (oder ein Gourmetsandwich) zubereiten können, sollten wir Coaches deshalb meiner Meinung nach ebenfalls in der Lage sein, unsere Expertise passend zu machen und bei Bedarf im Kurzzeitcoaching anzuwenden.

Was sind denn Beispiele, in denen Kurzzeit Coaching Klienten helfen kann?

Ein typisches Beispiel ist ein Klient, der sich vor einem wirklich wichtigen Vorstellungsgespräch irgendwie nicht wirklich obenauf fühlte, sondern eher nervös und dabei sein übliches Selbstvertrauen vermisste. In nur zwei Sitzungen haben wir herausgefunden, was genau ihn blockierte und haben gezielt daran gearbeitet, und das hat ihn wirklich über den Berg gebracht.

Ein anderer Klient hatte seit Jahren auf kreative Weise Flugreisen vermieden, musste jetzt aber definitiv wegen eines wichtigen Business Meetings fliegen. In zwei Sitzungen haben wir herausgefunden und bearbeitet, was ihn bisher davon abgehalten hatte, sich an Bord eines Flugzeugs wohl zu fühlen. So konnte er nun diesen Flug antreten und erlebte einen in seinen Worten„fast angenehmen“ Flug. Seitdem ist er mehrmals geflogen, und es geht ihm jetzt gut damit.

Ein anderes Beispiel ist ein Wissenschaftler, der auf eine Forschungsabhandlung von Kollegen gemischte Bewertungen erhalten hatte. Er war kurz davor, die Arbeit zu verwerfen, nach dem Motto, „wenn sie das nicht verstehen, dann verdienen sie es auch nicht besser.“ Da er mit der Situation aber auch nicht völlig zufrieden war, hat er einen Termin bei mir gemacht. In nur einer Sitzung konnten wir herausfinden, was genau diese Reaktion ausgelöst hat und es gezielt bearbeiten. Das hat seine Sichtweise auf die ganze Angelegenheit vollkommen verändert, und er hat die Arbeit schließlich korrigiert und angepasst. Ein paar Monate später hat er mir mitgeteilt, dass die endgültige Version der Arbeit ziemlich gut bewertet worden ist.

Es sollte nunmehr nicht wirklich überraschend sein, dass ich für eine Vielzahl von Anliegen ganz klar Kurzzeitcoaching vorziehe.

Würdest Du denn sagen, dass Coaching allgemein mehr auf kurzzeitige Zusammenarbeit fokussieren sollte statt auf langfristige Unterstützung?

In meinem privaten und beruflichen Umfeld bin ich immer wieder auf Folgendes gestoßen. Dieses Bild stellt es gut dar:

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Um ihr Thema anzugehen würden die meisten Leute im linken Kreis „klassisches“ Coaching noch nicht einmal in Betracht ziehen, da sie vermutlich denken würden „wenn Coaching zu diesem Problem Sitzungen über einen Zeitraum von drei bis 12 Monaten bedeutet, dann ist es eigentlich doch gar nicht mehr so schlimm …“

Und das kann ich ihnen wirklich nicht verdenken.

Viele im rechten Kreis abgebildete Coaches fühlen sich verständlicherweise von der finanziellen Sicherheit langfristiger Zusammenarbeit angezogen.

Aber ich würde gern eine größere Überschneidung beider Kreise sehen – und damit mehr Menschen maßgeschneiderte Unterstützung in der Arbeit mit einem Coach wünschen.

Darum glaube ich wirklich, dass es sich für uns Coaches lohnt, unser Angebot um Kurzzeitcoaching zu erweitern und es als Ergänzung zu klassischem Coaching anzubieten. Denn meiner Ansicht nach können wir so noch mehr potenzielle Klienten exakt da abholen, wo sie stehen und genau das richtige Maß an Unterstützung leisten.

Natürlich gibt es immer Bedingungen und Ziele, die am besten in längerfristigem Coaching erfüllt werden können – und die wird auch weiterhin geben.

Und in vielen Fällen erfüllt ein kürzerer und sehr zielorienter Ansatz die Bedürfnisse und Wünsche von Klienten sogar noch besser.

Inwieweit sind die im Kurzzeit Coaching angewendeten Techniken anders als die aus den klassischen Ansätzen?

Als mir der Bedarf an kurzzeitiger Unterstützung aufgefallen war, wurde mir auch klar, dass Coaches zur Erfüllung dieser Bedürfnisse und um punktgenaue Ergebnisse erzielen zu können andere Fertigkeiten benötigen als im klassischen Coaching, wo sie mehr aus der kognitiven Perspektive arbeiten.

Ich habe festgestellt, dass Kurzzeit Coaching für wirklich nachhaltige Ergebnisse unbedingt das limbische System mit einbeziehen sollte, – also den Teil unseres Gehirns, wo Blockaden, Stress und unwillkürliche Reaktionen ihren Ursprung haben.

Durch meine Neugier auf alles mögliche, was die Coaching und Organisationspsychologie-Welt zu bieten hat, habe ich einige Methoden entdeckt, die das Emotionsgehirn gezielt einsetzen.

Was hat dich inspiriert, Deine Methoden zu entwickeln?

Im Lauf der Jahre hab ich mich in verschiedenen Coaching und Therapieansätzen in den USA, Kanada und Europa ausbilden lassen. Dann habe ich angefangen zu erkunden, was genau an jedem Ansatz exzellente Ergebnisse begünstigt und welcher Bestandteil welchen am besten ergänzt.

So habe ich viel mit verschiedenen Methoden experimentiert und dabei immer andere Konzepte mit Klienten angewendet.

Durch permanentes Verfeinern und Kombinieren verschiedener Komponenten, die sich als effektivste erwiesen haben, sind schließlich die PALO ALTO COACHING Methode und das TRULY SLIM Programm entstanden.

Um mein Angebot abzurunden arbeite ich außerdem mit Systemischen Strukturaufstellungen.

Kannst Du die Methoden etwas näher erklären?

Die beiden von mir entwickelten Ansätze PALO ALTO COACHING und TRULY SLIM sind quasi eine einzigartige Kombination der besten Methoden, die ich über viele Jahre von außergewöhnlichen Ausbildern gelernt habe.

Sowohl PALO ALTO COACHING als auch TRULY SLIM sind insoweit besonders, als dass sie Klienten dabei helfen, ihr Thema von einem anderen Blickwinkel anzugehen, und zwar ganz im Einklang mit den speziellen Anforderungen ihres Emotionsgehirns.

PALO ALTO COACHING hilft Klienten sehr effektiv dabei, Blockaden und Herausforderungen anzugehen, Kreativität und allgemeines Wohlbefinden zu erhöhen sowie Höchstleistungen zu erreichen. Die Methode lässt sich leicht mit vielen anderen Coachingansätzen kombinieren.

Das TRULY SLIM Programm bietet gezielte und gehirnbasierte Unterstützung für nachhaltiges Abnehmen.

Systemische Strukturaufstellungen sind ein effizienter Ansatz, den ich seit 10 Jahren bei wunderbaren Ausbildern in München, Piran (Slowenien) und Abano (Italien) lerne. Diese Art der Aufstellungen geht weit über das hinaus, was viele Leute als „Familienaufstellungen“ kennen und konzentriert sich auf Lösungen.

Das ist faszinierend. Was motiviert Dich, Deine Erkenntnisse und Methoden mit Kollegen zu teilen?

Mir liegt es total am Herzen, anderen Coaches, Therapeuten, Organisationsentwicklern und Sportpsychologen die TRULY SLIM und PALO ALTO COACHING Methoden sowie in Zukunft auch Systemische Strukturaufstellungen zu vermitteln.

Es macht mir unendlich viel Spaß, mein Wissen und meine praktische Erfahrung mit Teilnehmern teilen zu können.

Für mich sind Supervision und fortlaufende Unterstützung übrigens unerlässlich für qualitativ hochwertige Ausbildungen, und beides mache ich sehr gern.

Berichte von Teilnehmern, wie sie das, was sie in unseren Kursen gelernt haben, integrieren und ihren Klienten dabei hilfreich zur Seite stehen konnten, bringen mich nach wie vor zum Staunen und berühren mich.

Und es ist einfach nur schön zu sehen, wie Kollegen unter noch mehr gehirnbasierten Methoden auswählen können und damit maßgeschneidert auf die ganz einzigartigen Bedürfnisse ihrer Klienten wirkungsvolle Ergebnisse erzielen.

Und was machst Du, wenn Du nicht gerade Klienten coachst oder Ausbildungen für Kollegen unterrichtest?

Ich bin glücklich verheiratet und lebe unglaublich gern im multikulturellen Silicon Valley, wo Innovation und Unternehmergeist allgegenwärtig sind. Viele internationale Freunde und (fast) permanenter Sonnenschein sind eine echte Quelle der Freude.

Wenn ich nicht arbeite, lese ich gern (vor allem Krimis und alles über Psychologie und Coaching), gehe gern ins Kino (Arthouse und Europäische Filme), laufe und schwimme. Ich schätze mich wirklich glücklich, für meine Arbeit international unterwegs sein zu können und in meinen Zertifizierungstrainings immer phantastische Kollegen zu treffen. Ohne jeden Zweifel habe ich den besten Job der Welt.

Vielen Dank für dieses Gespräch!

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